Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung

In sechs Jahren soll Österreich nur noch erneuerbaren Strom produzieren. Wie nah sind wir diesem Ziel?

Erneuerbare Ausbauziele und Produktion

PV-Stromerzeugung ist auf Kurs, Windenergie-Ausbau muss mehr Priorität bekommen für 2030-EAG-Ziel

2021 haben Bundesregierung und Parlament im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) beschlossen, dass 2030 der Strom aus 100% erneuerbaren Quellen kommen muss. Für Wind, Photovoltaik, Wasser und Biomasse sind im Gesetz Ziele definiert, wie viel Terawattstunden (TWh) zur jährlichen Stromerzeugung hinzugefügt werden soll. Wind und Photovoltaik sollen besonders stark ausgebaut werden.

Der blinkende Punkt in den vier Diagrammen gibt an, wie viel Strom in den letzten 365 Tagen jeweils aus Wind, Photovoltaik, Wasserkraft oder Biomasse erzeugt wurde. Wir schauen uns die vergangenen 365 Tage an, da laut EAG Gesetz ab 2030 der Strom zu 100% aus Erneuerbaren kommen soll, also 365 Tage hintereinander und mehr. Die gestrichelte Linie zeigt eine gedachte Linie zum Ausbauziel, welches im EAG festgeschrieben ist und seit Juli 2021 Gesetz ist. Zusätzlich werden zur Einordnung die Ziele des NEKP und des ÖNIP angezeigt. Sie bilden den benötigten Strombedarf besser ab, da sie aktueller sind. Die ÖNIP- & die NEKP-Ziele sind im Gegensatz zum EAG-Ziel keine bindenden Ziele, da sie keine Gesetze sind.

Stromerzeugung aus Photovoltaik ist auf Kurs, das 2030 Ziel des EAG zu erreichen. Damit das Ziel für Windenergie erreicht wird, braucht es mehr Umsetzung, denn an sich hat Österreich noch viel Potential bei der Windenergie. Der Ausbau geht leider schleppend voran, weil zu wenige Flächen von den Bundesländern für Windräder bereitgestellt sind, Fachkräfte fehlen, oder die Ziele der Bundesländer unzureichend sind um gemeinsam das nationale Ziel zu erreichen.

Wind: Entsoe;
PV: (vor 2023 Statistik Austria); (ab 2023 e-control);
Biomasse, Wasserkraft: e-control;
Ausbauziele: EAG, NEKP, ÖNIP

Anteil von Strom aus Erneuerbaren

Anteil von Strom aus Erneuerbaren
Datum Erneuerbarer Anteil
01.01.2024102,7 %
02.01.202478,8 %
03.01.202489,3 %
04.01.2024104,8 %
05.01.202481,7 %
06.01.202484,4 %
07.01.2024114,0 %
08.01.202491,6 %
09.01.202464,9 %
10.01.202464,1 %
11.01.202465,6 %
12.01.202471,8 %
13.01.202472,8 %
14.01.202477,1 %
15.01.202476,0 %
16.01.202471,4 %
17.01.202459,9 %
18.01.202462,9 %
19.01.202480,3 %
20.01.202471,9 %
21.01.202463,3 %
22.01.202466,4 %
23.01.202466,2 %
24.01.202477,1 %
25.01.2024105,5 %
26.01.202482,8 %
27.01.2024121,0 %
28.01.202484,6 %
29.01.202476,3 %
30.01.202486,8 %
31.01.202460,1 %
01.02.202469,9 %
02.02.202478,0 %
03.02.2024103,5 %
04.02.2024113,2 %
05.02.2024102,7 %
06.02.202491,2 %
07.02.202483,8 %
08.02.202475,3 %
09.02.202472,6 %
10.02.2024106,6 %
11.02.2024101,1 %
12.02.202479,7 %
13.02.202482,2 %
14.02.202462,3 %
15.02.202462,8 %
16.02.202483,4 %
17.02.202470,8 %
18.02.202484,1 %
19.02.202476,5 %

Die Grafik zeigt, wie hoch der tägliche Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen an der Tages-Netzlast in Österreich war. Zu den berücksichtigten erneuerbaren Energiequellen zählen Solarenergie, Windkraft, die erneuerbaren Anteile aus Müllverbrennung sowie Wasserkraft (Lauf- und Speicherkraftwerke).

ENTSO-E Transparency Platform (Stand: 24.02.2026)

Notwendiger monatlicher EE-Ausbau

Was bräuchte es um 100% erneuerbaren Strom im Windenergie- und Photovoltaik-Bereich zu erreichen?

Erneuerbaren Energie Ausbau Potentiale im Vergleich

Regionale Unterschiede: Wie viel kann bis 2030 ausgebaut werden?

Das größte Potential beim Ausbau der Windkraft und Photovoltaik bis 2030 hat laut Umweltbundesamt und IG Windkraft Niederösterreich. Auch die Bundesländer Tirol, Vorarlberg und Salzburg haben ein Windkraftpotential. In Summe ist es zwar wegen der vielen Berge geringer als das Potential des Burgenlands, dennoch ist es von großer Bedeutung. Für Haushalte und Unternehmen in Österreich und den angrenzenden Ländern wäre es von Vorteil, wenn auch in den bergigen Bundesländern die Windkraft ausgebaut wird. Gerade in den kalten Jahreszeiten wird viel Windkraft erzeugt, während die Stromerzeugung durch Photovoltaik im Vergleich zum Sommer abfällt. Zudem steigt im Winter der Energiebedarf, weshalb Windräder in allen Bundesländern von Bedeutung sind. Wird Windenergie vor Ort erzeugt, muss sie nicht aus anderen Regionen importiert werden, was die Stromnetze entlastet.

Potentiale: PV, Wasser: Umweltbundesamt (2023); Wind: IG Windkraft

Aktuelle Erzeugung im Kontext zu Potentialen & politischen Zielen

Manche Erneuerbaren Energie Ausbauziele der Bundesländer können ambitionierter sein, das Potential ist da!

Sind die Bundesländer auf Kurs ihre eigenen, selbst gesetzten Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien einzuhalten? Hier ist auch zu sehen, wie viel in jedem Bundesland bis 2030 ausgebaut werden könnte. Zusätzlich kann das "technische Potential" angezeigt werden, also das Potential was insgesamt maximal ausgebaut werden könnte. Da Wasserkraft von Jahr zu Jahr stark schwankt, zeigen wir einen Durchschnitt der letzten 5 Jahre an, für 2023 zb der Durchschnitt aus den Jahren 2023 bis 2019. Eine weitere Methodenerklärung ist am Ende der Seite zu finden. (Aktualität der Bundesländer Ziele: 10/2024)

Ziele der Bundesländer; Potentiale: PV, Wasser: Umweltbundesamt (2023), Wind: IG Windkraft, Energiewerkstatt; Historische Erzeugung: Statistik Austria Energiebilanzen Bundesländer zuletzt verwendet 1988-2024

Summe der Bundesländerausbauziele im Vergleich zu nationalem Ziel

Summe der Bundesländerziele im Erneuerbaren Ausbau sind fast ausreichend für das nationale EAG-Ziel - Große Lücke im Vergleich zu NEKP und ÖNIP Ziel

Diese Visualisierungen zeigen die Ausbauziele der Bundesländer im Verhältnis zum jeweiligen nationalen Ziel. Pro Energiequelle sind die Ausbauziele der 9 Bundesländer zusammengerechnet und werden verglichen mit den im EAG festgeschriebenen nationalen Ausbauzielen für das Jahr 2030. Bei Photovoltaik erfüllen die Ziele der Bundesländer zusammen nahezu das EAG Ziel. Bei Windenergie und Wasserkraft fehlen hingegen noch einige Prozent, um das Ziel abzudecken. Manche Bundesländer haben auch keine Ziele festgeschrieben, zum Beispiel Wien, Vorarlberg und Oberösterreich im Bereich Windenergie. Neben Zielen der Bundesländer, die zusammen möglich machen, die nationalen Ziele zu erreichen, braucht es noch mehr: Zum Beispiel einen Ausbau der Übertragungsleitungen oder ausreichend Fläche, wo Windräder gebaut werden dürfen, auch Zonierung genannt.

Ziele der Bundesländer; Ausbauziele: ÖNIP; NEKP; EAG; Aktuelle Strom Erzeugung: Energiebilanzen Statistik Austria

Datenhinweise und Methodik:

Die nationalen Ausbauziele sind im EAG (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz) verankert, die erste Fassung trat am 27. Juli 2021 in Kraft. Um die nationale Produktion nach Energieträger möglichst in Echtzeit wiederzugeben, greifen wir für Wind- und Wasserkraft nicht auf die Statistik Austria-Daten zurück (siehe unten, welche Datenquellen wir stattdessen nutzen). Somit kann es in unseren Darstellungen und berechneten Zielen für 2030 zu geringfügigen Abweichungen gegenüber anderen Datenquellen kommen. Bei PV können wir leider keine tagesaktuellen Daten zeigen, da ENTSOE nur das anzeigt, was in das Netz eingespeist wird, aber nicht was erzeugt wird und im Eigenverbrauch erzeugt wird, daher greifen wir hier ab 2023 auf die Daten der E-control zurück, die monatlich aufgelöst sind. Die E-control Daten schätzen auch den Eigenverbrauch ab.

Der Ausbautracker wurde ursprünglich von Johannes Schmidt entwickelt und für das Klimadashboard adaptiert. Die Inspiration für den Erneuerbaren Anteilstracker kommt von Christoph Dolna-Gruber.

Datensatz Datenquelle Aktualisierung der Website
Windkraft ENTSOE Täglich
Photovoltaik (PV) Bis einschl. 2022 jährlich:Marktstatistik
Ab 4/2023 monatlich: E-CONTROL
Monatlich
Wasserkraft E-CONTROL Monatlich
Biomasse E-CONTROL Jährlich
Ausbauziele der Bundesländer

Die Ausbauziele der Bundesländer wurden in den jeweiligen Klima- und Energieplänen  veröffentlicht oder uns auf Nachfrage zu Verfügung gestellt. Die Liste aller Quellen und aller Ausbauziele ist in diesem Google-Spreadsheet und wird bei neuen Veröffentlichungen aktualisiert.

Historische Bundesländerstromerzeugung

Statistik Austria > Energiebilanzen > Weiterführende Daten > Energiebilanzen Bundesländer

Potentiale der Bundesländer

Für die Potentiale wurden folgende Studien genutzt:
PV: Umweltbundesamt (2023), Wind: Energiewerkstatt (2023) und IG Windkraft, Wasserkraft: Umweltbundesamt (2023). Die genauen Quellen sind in diesem Dokument hinterlegt: EE Potentiale

Gibt es neue Ausbauziele oder ist ein neuer Klimaplan herausgekommen? Alle Ausbaudaten wurden August 2024 auf Aktuaität überprüft. Wir möchten den Datensatz möglichst aktuell halten. Per E-Mail kannst du uns gerne Bescheid geben, wenn es neuere Daten gibt. 

Anteil Erneuerbare an der Tagesnetzlast in Österreich

Die Daten stammen von der Seite Energy-charts, die von Prof. Burger vom Fraunhofer Institut betreut wird. Die Originaldaten stammen von ENTSO-E.

Fragen und Antworten

  • Nach welchen Standards arbeitet das Klimadashboard?

    Jede unserer Grafiken bzw. Visualisierungen enthält einen Hinweis auf die verwendete Datenquelle, damit es möglich wird, die Glaubwürdigkeit, Aktualität und Relevanz der Daten einzuordnen, nachzuvollziehen und nach Interesse auch recherchieren zu können. Wir visualisieren primär Daten von öffentlichen Behörden und anerkannten wissenschaftlichen Institutionen. Unsere Visualisierungen entstehen in enger Zusammenarbeit mit Expert*innen aus den jeweiligen Fachbereichen.

  • Dürfen Grafiken und Daten weiterverwendet werden?

    Alle Grafiken sind unter CC BY lizensiert und dürfen gern unter Namensnennung wiederverwendet werden, egal ob für Unterricht, Berichterstattung oder andere Zwecke. Jede Grafik kann oben rechts als Bild oder interaktiver iFrame exportiert werden. Darüber hinaus verlinken wir bei fast allen Grafiken auf den Rohdatensatz. Diese Datensätze dürfen mit Verweis auf die ursprüngliche Quelle (und Beachtung der jeweiligen Bestimmungen des Ursprungs) gern verwendet werden, um eigene Grafiken zu erstellen. Bei Fragen steht das Team gerne unter team@klimadashboard.org zur Verfügung.

  • Wer baut das Klimadashboard und wie finanziert es sich?

    Die Klimakrise ist komplex, viele Daten bleiben unzugänglich. Wir machen sie verständlich – mit interaktiven Visualisierungen für Politik, Medien und Zivilgesellschaft. Herausforderungen, Folgen, Lösungen: kompakt und klar aufbereitet.

    Das Klimadashboard ist ein gemeinnütziges, interdisziplinäres Projekt aus Design, Wissenschaft, Kommunikation und Technik – frei zugänglich, ohne Paywall. Möglich durch ehrenamtliches Engagement, Preisgelder und Spenden.

  • Welche Ziele verfolgt das Klimadashboard?

    Unsere Arbeit verfolgt das Ziel, die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und die damit verbundenen Transformationen durch Daten und Fakten einzuordnen, sodass sie wissenschaftlich fundiert und sozial gerecht ablaufen können. Wir möchten eine verlässliche Quelle für aktuelle und regionale Daten zur Klimakrise sein. Neben der Zivilgesellschaft insgesamt sprechen wir insbesondere Medienschaffende, Lehrende und politische Entscheidungsträger*innen an, wobei wir datenbasierte Berichterstattung und wissenschaftlich fundierte Klimapolitik fördern möchten. Dafür arbeiten wir laufend an neuen Visualisierungen und sind in regelmäßigem Austausch mit Wissenschaft, Medien, Politik und Zivilgesellschaft – jedoch inhaltlich stets unabhängig.

  • Wie zitiere ich Grafiken des Klimadashboards?

    Du kannst Grafiken des Klimadashboards gerne in wissenschaftlichen Arbeiten oder anderen Veröffentlichungen verwenden. Wenn du zum Beispiel die Grafik zu den produktionsbedingten Emissionen in Österreich verwenden möchtest, zitiere sie wie folgt:

    Klimadashboard. (2025). Produktionsbasierte Emissionen. Klimadashboard Österreich. Abgerufen am [Tag] [Monat] [Jahr] von https://klimadashboard.at/emissionen
    Im Text: (Klimadashboard, 2025)

Bleib informiert

In unserem Newsletter und auf Social Media gibt es Updates zu neuen Visualisierungen.

Unterstütze unseren Verein

Dank deiner Spende bleibt das Klimadashboard unabhängig und frei zugänglich für alle.

Feedback

Hast du Ideen, Wünsche, Anregungen zu dieser Seite? Wir freuen uns, von dir zu hören.